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Energie sparen

Energie-Haus der Zukunft steht in Titisee-Neustadt

In Titisee-Neustadt ist die Energieversorgung der Zukunft eingezogen. Auf dem Dach des Einfamilienhauses im Nordosten der Stadt liegen Photovoltaik-Module der neusten Generation. Sie produzieren klimaneutralen und kostenlosen Strom. Bereits 2004 war die Familie Vorreiter in Sachen Eigenstrom-Versorgung und ließ eine Solar-Anlage installieren – damals noch mit einer Leistung von 6,4 Kilowatt. Heute – 18 Jahre später – kommen Module bei gleichbleibender Dachfläche auf eine Leistung von über 21 Kilowatt. Installiert hat die Anlage focusEnergie, ein überregionaler Fachbetrieb aus Freiburg. „Unsere neue Photovoltaik-Anlage produziert bei Sonnenschein über den Tag genug Energie, um den Bedarf des Haushaltsstroms zu decken. Im Sommer werden wir in der Regel einen Überschuss erzielen, den wir speichern, für die Produktion von Wasserstoff nutzen und dann in den Wintermonaten verbrauchen“, erklärt Daniela Bauer. Ob mit Speicher oder ohne, die Investition in eine Photovoltaik-Anlage und die Eigenstrom-Versorgung rechnet sich erst recht seit dem Anstieg der Energiekosten bereits vom ersten Tag.

Photovoltaik finanziert sich nach wenigen Jahren

„Je mehr selbst produzierter Strom direkt verbraucht wird, umso wirtschaftlicher wird die Investition“, sagt Christoph Hecklau, kaufmännischer Leiter bei focusEnergie. Durch Strompreise von 40 Cent pro Kilowattstunde amortisieren sich Solar-Anlagen bereits nach wenigen Jahren. Trotz etwas gestiegener Kosten für die Photovoltaik-Dachanlagen, liegt der Gestehungspreis je nach Größe unter 10 Cent pro Kilowattstunde. Insbesondere für Privatpersonen mit Batteriespeichern ist ein hoher und wirtschaftlicher Autarkie-Grad möglich. Wird der Eigenstrom zusätzlich für Elektromobilität und Wärmepumpe genutzt, werden teure fossile und klimaschädliche Energieträger überflüssig.

Technologie, die unabhängig macht

Im Keller des Einfamilienhauses geschieht die klimaneutrale Umwandlung von Wasser in Wasserstoff  – auf einer Fläche von 1,5 Quadratmetern. Mit dem eigenen Sonnenstrom vom Dach wird in der sogenannten Energiezentrale durch den Elektrolyseur das farblose Gas hergestellt und in Stahlbehältern im Garten sicher gespeichert. Bei der Umwandlung entsteht Abwärme. Diese wird dem Haushalt zur Verfügung gestellt, wodurch auch der Wärmebedarf sinkt. So kann in den Sommermonaten das Brauchwasser erwärmt werden. In den Wintermonaten funktioniert die Technik umgekehrt: Aus Wasserstoff wird durch eine Brennstoffzelle in der Energiezentrale Strom produziert. Die jetzt entstehende Abwärme wird dem Lüftungssystem und dem Warmwasserspeicher zugeführt. Das spart ebenfalls Energie und Kosten. „Wir erzielen mit der Kombination aus Solar-Strom und Wasserstoffspeicher einen sehr hohen Grad an klimafreundlicher Unabhängigkeit. Das war für uns von Anfang an sehr wichtig“, sagt Daniela Bauer.

Kurz- und Langzeitspeicher

Zu jeder Jahreszeit ist die Energiezentrale auch ein Speichersystem: Ein integrierter Kurzzeitspeicher basierend auf Batterie-Technologie mit einer Kapazität von 20 Kilowattstunden stellt Strom für etwa drei Tage bereit. Der beschriebene Wasserstoff-Langzeitspeicher mit 900 Kilowattstunden kommt insbesondere in den kalten Wintermonaten zum Einsatz, wenn nicht genug Sonne scheint. „Wir wollen so autark sein wie möglich. Mit den handelsüblichen Batteriespeichern ist das nur begrenzt möglich. Mit der picea-Energiezentrale sind wir hingegen über 90 Prozent von der externen Energieversorgung unabhängig und dabei 100 Prozent klimaneutral“, erklärt Daniela Bauer.

Insgesamt ist die Familie aus Titisee-Neustadt ein Vorreiter in Sachen klimaneutraler und unabhängiger Energieversorgung. Sie zeigen, dass es möglich ist, mit dem intelligenten Zusammenspiel von unterschiedlichen Sektoren und Techniken den eigenen Strom- und Wärmebedarf klimaneutral zu decken. „Mit motivierten Kunden und Partnern sind schon heute innovative und nachhaltige Energielösungen möglich. So kann und wird die Energiewende ein Erfolg“, führt Christoph Hecklau aus.

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